Profondo Reply beleuchtet das Analytics Enterprise-Tool

Die Google Analytics 360 Suite, die Enterprise-Lösung von Google zur digitalen Analyse, gehört zu den führenden Tools im Marktsegment. In diesem und einem weiteren Beitrag zum Thema behandeln wir Grundlagen und Details aus Sicht eines Consultants und unter besonderer Berücksichtigung des aktuell so wichtigen Themas DSGVO / GDPR.

Google Analytics 360 bildet das Herzstück innerhalb der Analytics 360 Suite. Hier laufen die erhobenen Daten zusammen und werden verarbeitet oder zur Aufbereitung an andere Tools übermittelt.

Google Analytics 360 Suite

Figure 1: Google Analytics 360 Suite

 

Von Befürwortern als Allheilmittel angepriesen, von Kritikern als Tool für Analytics-Einsteiger belächelt und verpönt, werfen wir über zwei Beiträge einen objektiven Blick auf Google Analytics 360. Dieser Artikel dient der Einführung, um im folgenden das Verständnis zu erleichtern und sporadisch Synergien aufzuzeigen. Kommende Woche betrachten wir GA 360  weitestgehend losgelöst aus dem umgebenden Ökosystem und anderen Lösungen aus dem Hause Google (z.B. DoubleClick, AdWords, BigQuery,… ).

 

Google Analytics vs. Google Analytics 360

Um Missverständnissen vorzubeugen, sei an dieser Stelle nochmals erwähnt, dass wir die Enterprise-Lösung und nicht die kostenfreie Version betrachten. Obgleich Google Analytics (free) in seinem Funktionsumfang vergleichsweise stark eingeschränkt ist, dürfte dessen Einsatz für kleinere Unternehmen mit überschaubaren Nutzerzahlen oftmals ausreichen. Grundlegende Unterschiede sind in der untenstehenden Übersicht herausgestellt.

Unterschiede zwischen Google Analytics und Google Analytics 360

Figure 2: Unterschiede zwischen GA & GA 360

 

Aufbau

Der Aufbau diese Einführung ist angelehnt an die „Data – Information – Knowledge“ Pyramide nach dem englischen Ökonomen Kennth Boulding.

Im ersten Schritt geht es um die Datengewinnung. Welche Daten erheben wir und woher bekommen wir diese? Doch Daten alleine sind nutzlos, weshalb diese interpretiert werden müssen. Dadurch erhalten wir eine Information. Setzen wir diese in einen Kontext und verknüpfen sie mit anderen Informationen generieren wir daraus Wissen – Wissen für datengetrieben Entscheidungen! Let’s go…

 

GDPR/ DSGVO

Frei nach dem Motto „tackle the hardest thing first“, befassen wir uns zunächst noch mit dem GDPR-konformen Einsatz von Google Analytics. Mit Inkrafttreten der Datenschutz-Grundverordnung am 25. Mai 2018 sind einige Feinheiten zu beachten. Unterstützend stellt Google einige Tools und Möglichkeiten zur Verfügung. Diese sind in der nachstehenden Auflistung verlinkt.

  • Vertrag zur Auftragsdatenverarbeitung abschließen: In der „Verwaltung“ von Google Analytics zu „Konto-Einstellungen“ navigieren und abwärts scrollen bis „Zusatz zur Datenverarbeitung“.
  • Tracking-Code anpassen: IP-Adressen anonymisieren und dem Nutzer ein Widerspruchsrecht bezüglich des Trackings einräumen.  Entsprechend sieht der angepasste Tracking-Code wie folgt aus:
<script>
    var gaProperty = 'UA-XXXXXXXX-X';
    var disableStr = 'ga-disable-' + gaProperty; 
    if (document.cookie.indexOf(disableStr + '=true') > -1) { 
        window[disableStr] = true;
    } 
    function gaOptout() { 
        document.cookie = disableStr + '=true; expires=Thu, 31 Dec 2099 23:59:59 UTC; path=/'; 
        window[disableStr] = true; 
        alert('Das Tracking ist jetzt deaktiviert'); 
    } 
    (function(i,s,o,g,r,a,m){i['GoogleAnalyticsObject']=r;i[r]=i[r]||function(){ 
            (i[r].q=i[r].q||[]).push(arguments)},i[r].l=1*new Date();a=s.createElement(o), 
        m=s.getElementsByTagName(o)[0];a.async=1;a.src=g;m.parentNode.insertBefore(a,m) 
    })(window,document,'script','https://www.google-analytics.com/analytics.js','ga'); 
    ga('create', 'UA-XXXXXXXX-X', 'auto'); 
    ga('set', 'anonymizeIp', true); 
    ga('send', 'pageview');
</script>
  • Aufbewahrungsdauer und Ort festlegen: Unter den Einstellungen zur Datenaufbewahrung kann ausgewählt werden, wie lange Analytics Daten speichert, bevor diese automatisch gelöscht werden.

Tipp: Hinsichtlich Artikel 25 DSGVO (Datenschutz durch Technikgestaltung und datenschutzfreundliche Voreinstellungen) sollte die Aufbewahrungsdauer auf 14 Monate begrenzt und die Standardeinstellungen „Bei neuer Aktivität zurücksetzen“ deaktiviert werden.

  • Datenschutzerklärung anpassen: Folgende Anpassungen sind bei der Nutzung von Google Analytics in der Datenschutzerklärung vorzunehmen: Umfang der Datenerhebung (Art. 12 und 13 DSGVO), Rechtsgrundlage (Art. 13 DSGVO), Speicherdauer bzw. Kriterien für Festlegung der Dauer (Art. 13 Abs.2 lit.a DSGVO), Widerrufsrecht (Art. 7 Abs.3 DSGVO), Hinweis zum Deaktivierungs-Add-on und Opt-Out-Cookie, Hinweis zur IP-Anonymisierung
  • Einwilligung einholen: Erst nach der ausdrücklichen Zustimmung durch den Nutzer darf das Tracking aktiviert werden. Diese ist über ein „Cookie-Banner“ einzuholen. Mit Bezug auf Art. 6 Abs.1 S.1 lit. f DSGVO ist das Tracking nach aktueller Rechtslage auch mit einer Opt-Out-Lösung denkbar. Dieses Vorgehen ist allerdings äußerst riskant und ist ausdrücklich nicht zu empfehlen!
  • Löschung alter Daten: Wurden bislang Nutzerdaten ohne IP-Anonymisierung erhoben, ist deren Erhebung und Verwendung rechtswidrig und diese sind zu löschen. In den Einstellungen können Properties und Views in den Papierkorb verschoben werden, wo sie nach 35 Tagen gelöscht werden.

An diese Stelle sei auch darauf hingewiesen, dass dies keine Rechtsberatung darstellt oder eine solche ersetzen kann!

Google Analytics 360 Suite Best Practice

Um Google Analytics 360 in vollem Umfang nutzen zu können, beginnen wir mit einem Blick auf das Gesamtpaket der Analytics 360 Suite. Das Zusammenspiel in aller Kürze:

Roadmap für die Google Analytics 360 Suite

Figure 3: Roadmap für die Google Analytics 360 Suite

 

  1. Implementierung des Google Tag Managers, um Analytics- und Marketing-Tags bereitzustellen.
  2. Visualisierung der gesammelten Daten in Data Studio. Dashboards und Reports erstellen, für Insights in das Verhalten und die Bedürfnisse der Kunden.
  3. Unterschiedliche Datenquellen (z.B. Analytics, Search, Display, E-Mail, Social, CRM,…) im Audience Center verknüpfen. Dadurch erhalten wir einen aggregierten Überblick und ein besseres Verständnis für Kunden(-gruppen).
  4. Verhaltensdaten und Segmentierung in Optimize zur Optimierung von Kundenerlebnissen und der Performance-Verbesserung nutzen.
  5. Erweiterte Analysen der Marketingkanäle mit Attribution, um Touchpoints besser zu verstehen, Marketingstrategien und Investitionen zu verfeinern.

Zwischenfazit

Das Schreckgespenst GDPR haben wir bereits hinter uns gelassen und eine solide Ausgangsbasis geschaffen, wie Google Analytics 360 in die Analytics 360 Suite einzuordnen ist. Darauf aufbauend betrachten wir in der kommenden Woche das besagte Tool detaillierter. Dem pyramiden-ähnlichen Aufbau Data – Information – Knowledge folgend begeben wir uns auf die Reise von der Implementierung zur datengetriebenen Entscheidungsfindung! Untermauert mit Tipps, Tricks und einer abschließenden Zusammenfassung – stay tuned!

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