Nachdem ich bereits Mitte April in unserem Blog die neue Google Analytics Suite vorgestellt habe, möchte ich Ihnen nun die neuen Features ausführlicher vorstellen. Da die Google Analytics 360 Suite und der Google Tagmanager 360 bereits als Google Analytics Premium und Google Tagmanager bekannt sein dürften, steige ich dieses Mal direkt bei den neuen Features ein:

Google Data Studio 360

Dabei fange ich mit dem Google Data Studio an, eine breite Plattform für das Reporten und Visualisieren von Daten. Die drei wesentlichen Schwerpunkte des Data Studios liegen darin,

  • mehrere verschiedene Google Analytics Accounts zusammenzubringen.
  • die Daten für Nicht-Google Analytics User darzustellen.
  • Reports komplett an das Unternehmensdesign anpassen zu können.

Die bedeutende News ist jedoch, dass die Daten im Data Studio 360 nach ersten Erfahrungsberichten den gleichen Sampling Level wie im Google Analytics Interface unterliegen!

Das bedeutet, wer gehofft hat, im Data Studio 360 Reports mit den ungesampleten, echten Daten erstellen zu können, wird leider enttäuscht.

Man kann im Google Data Studio sehr viel Zeit investieren, um die Oberfläche an das eigene Design anzupassen. Hier werden dem User unzählige Funktionen zur Verfügung gestellt, jedoch hätte ich mir gewünscht, dass man in diesem Feature mehr Wert auf korrekte, ungesamplete Daten legt.

Bei dem Zusammenbringen von mehreren verschiedenen Google Analytics Accounts stellt sich mir die Frage, ob man dafür alle Custom Dimensions in allen Accounts einheitlich benennen muss, oder ob man verschiedene Bezeichnungen im Data Studio matchen kann. Kann ich Daten von verschieden Accounts in einen Graph packen und habe somit eine globale Ansicht, oder ermöglicht mir das Data Studio nur Graphen schneller für andere Accounts zu kopieren und diese gegenüber zustellen.

Letztendlich kann man die Nutzerrechte für das Data Studio auf 2 Gruppen einschränken, nach dem Motto „alles oder nichts“, entweder man kann alle Änderungen vornehmen oder nur Reports ansehen.

Google Optimize 360

Google Optimize ist das Gegenstück zu z.B. Adobe Test & Target. Man kann hier Audiences (Segmente) aus Google Analytics nutzen, um Tests nach Zielgruppen getrennt auszuspielen. Anders herum betrachtet, kann man den Test zusätzlich zu den Standardreports in Google Optimize auch ausführlich in Google Analytics darstellen lassen und analysieren.

Mit Google Optimize lassen sich zudem personalisierte Kampagnen auf der Webseite ausspielen.

Außerdem wirbt Google damit, dass aufgrund der einfachen Bedingung der Testzyklus extrem reduziert werden kann. Meiner Meinung nach hängt das stark von der Komplexität des Testes und von dem Trafficvolumen für den Test ab. Bei Seiten mit wenig Traffic werden die Zyklen allein aus natürlichen Gründen schon länger sein.

Google Attribution 360

Für Google Attribution wurde vor 2 Jahren die Firma Adometry gekauft und schließlich an die Google Analytics Suite angeschlossen. Das Tool deckt folgende Bereiche ab:

  • Digital Attribution ermöglicht den User ein Attributionsmodell aufzubauen, tatsächlich soll mit diesem Tool ermöglicht werden, beliebigen Berührungspunkte in der Customer Journey Gewichtungen zu geben. Das heißt eine klassische first- oder last-win Attribution soll direkt an den Bedürfnissen des Unternehmens angepasst werden.
  • Marketing Mix Modelling verbessert die Visualisierung der verschiedensten Kampagnen und Kanäle. Egal ob Radio, TV, Print, Out-of-Home und Digital; Alle Kanäle können einzelnen heruntergebrochen und gesamt betrachtet werden. Auch hier stellt sich mir die Frage, ob alle Metriken in den unterschiedlichen Tools immer gleich erhoben werden. Schließlich gibt es selbst innerhalb eines Google Tools (Google Analytics Premium) unterschiedliche Bezeichnungen für die gleiche Metrik (Pageviews, Screenviews).
  • TV Attribution Hier sollen alle TV Daten minutengenau erfasst und analysiert werden können. Das ist vor allem wichtig, um die Auswirkungen einzelner TV Spots auf den Traffic und das Kaufverhalten bewerten zu können.

Google Audience Center 360

Das Audience Center 360 wird die erste Datamanagement Plattform von Google. Damit werden Kampagnendaten aus allen möglichen Kanälen aggregiert, um Informationen für zukünftige Entscheidungen zu gewinnen. Vor allem andere Google Produkte, wie der DoubleClick Big Manager, sind hervorragend an das Audience Center angeschlossen. Sämtliche Google Cookies sollen im Audience Center 360 genutzt werden können.

Der Einsatz des Audience Center 360 ist meiner Meinung nach nur sinnvoll, wenn man hier first- und thirdparty Daten vereint, sehen Sie dazu unseren Beitrag vom 15.07.16. Sprich neben den Daten aus dem Google Universum auch Daten aus dem eigenen Backend, wie z.B. die tatsächlichen Käufe oder Kundendaten, integriert. Hier kann man kritisch hinterfragen, wie hier die Datensicherheit gewährleistet wird.

Fazit

Richtige Erfahrungsberichte, die nicht von Google gebrandet sind, gibt es leider bisher nur für das Data Studio 360. Auch sonst ist es im Web relativ ruhig um die Google Analytics 360 Suite geworden. Jedoch scheint es, als würden die großen Themen, wie Datensicherheit, Datenhoheit und das Sampling weiterhin in Zusammenhang mit Google diskutiert werden.

Die andere große Frage die viele beschäftigt, bezieht sich auf die Wirtschaftlichkeit von Google Analytics, was bisher hauptsächlich über den günstigen Preis zu argumentieren war. Da noch nicht alle Features der 360 Suite auf dem Markt sind, heißt es also sich weiterhin zu gedulden und auf den nächsten Blogbeitrag der Profondo Reply über Google Analytics 360 zu freuen…

+++ Es folgt in Kürze ein weiterer Blogbeitrag über die Wirtschaftlichkeitsrechnung der Google Analytics 360 Suite, verglichen mit anderen gängigen Web Analyse Tools (Adobe, Webtrekk, Econda…) +++

 

Der vorhergehende Blogbeitrag zur Google Analytics 360 Suite:

Google Analytics 360 Suite

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