Nachdem Alex und ich euch von Juni – September einen Überblick über verschiedene Tag-Management-Systeme liefern konnten, möchte ich jetzt einmal tiefer in die Tag-Management-Lösung von TagCommander eintauchen. Dabei geht es weniger um technische Aspekte, sondern viel mehr um den Bezug zur Praxis. Insbesondere greife ich folgende Fragen auf:

  1. Wie wird das Tracking mit dem TagCommander MANAGE realisiert?
  2. Warum kann der Support zu einem entscheidenden Faktor werden?

TagCommander MANAGE

Nachdem der Tag Manager erfolgreich in die HTML-Seite eingebunden wurde (der embed code wird von TagCommander generiert und zur Verfügung gestellt), arbeitet man von hier an nur noch im User-Interface, von wo auch alles definiert und gesteuert werden kann. Hierbei möchte ich euch insbesondere das Sechs-Schritte-Prinzip vorstellen. Sechs-Schritte, die es dem Anwender ermöglichen, in wenigen Minuten ein simples, aber funktionierendes Tracking umzusetzen. Einzige Voraussetzung ist das Anlegen von benötigten Variablen und eines Containers, der bspw. einer Domäne entspricht[1]. Generell empfiehlt TagCommander eine große Anzahl an Tags zu bündeln und auf mehr als einen Container zu verteilen, um Performanceeinbußen in der Website vorzubeugen und die Bibliotheken agiler zu halten.

Abbildung 1: 6-Schritte Prinzip

Abbildung 1: 6-Schritte Prinzip

So simple wie es in der Grafik ausschaut, ist es in der Realität nun nicht!

Dennoch eins vorweg: Um das Standard-Tracking von TagCommander umzusetzen, sind keine Programmierkenntnisse notwendig. TagCommander weist in seinen Schulungen besonders häufig auf  diesen Vorteil hin, um deutlich zu vermitteln, dass bei dieser Lösung speziell an Anwender gedachte wurde, die keine Programmierkenntnisse vorweisen können.

1. Select

Im ersten Schritt beginnt alles mit dem Auswählen eines oder mehrerer Tags. Hier der Clou: Es werden 600+ vordefinierte Tags angeboten, aus denen eins oder mehrere ausgewählt werden können. Wird dennoch mal nicht das passende Tag gefunden, hat man zwei Optionen:

  1. Man nutzt das Custom-Tag und fügt eigenen Code ein
  2. oder aber man kontaktiert den Support von TagCommander, der diese Aufgabe für einen übernimmt und das neue Tag der Sammlung hinzufügt (laut eigener Aussage innerhalb von zwei Wochen). Ein großes PLUS!

2. Edit

Im zweiten Schritt befinden wir uns im Editiermodus. Wichtig hierbei: Das Tag / der Inhalt wird definiert und es erfolgt die Zuordnung der Variablen, d.h.,  die in einem Tag benötigten Informationen werden/sind als Variablennamen im Code des Tags eingetragen. In diesem Schritt wird diesen Variablen ein Wert zugewiesen, oder eine Variable aus dem Datenlayer von TagCommander. Dennoch hat man jederzeit die Möglichkeit den Code manuell anzupassen und durch den integrierten „Tag Cleaner“ werden kleinere Fehler automatisch bereinigt – eine sehr coole Funktion, wie ich finde!

Als Nachteil empfinde ich hier, dass man in dieser Maske nicht erkennen kann, ob ein Tag bereits fertig konfiguriert wurde. Dafür muss man erst das Tag auswählen und es sich genauer anschauen. Bei der initialen Befüllung, d. h. wenn am Anfang viele Tags gleichzeitig eingebaut werden, schadet das der Übersichtlichkeit und kann bei der weiteren Bearbeitung der Tags mehr Zeit in Anspruch nehmen. Grundsätzlich sollte stets strukturiert und mit hoher Qualität gearbeitet werden.

3. Rules

Im dritten Schritt werden Regeln erstellt und den Tags hinzugefügt. Hier hat man die Wahl zwischen Perimeters und Constraints. Perimeters sind Bedingungen in Form von Seitentypen die erfüllt sein müssen, damit der Tag ausgeführt wird (z.B. pageType = „homepage“). Constraints hingegen sind Regeln die auf Kriterien basieren (z.B. visiter status). Man kann auch sagen, erst legt man fest wo ein Tag gefeuert werden soll und dann wann, bzw. unter welchen Umständen / Einschränkungen nicht. Nachdem Regeln erstellt wurden kann man einfach per Klick die Regel einem oder mehreren Tags zuordnen. Generell klickt man sich die Regeln zusammen. Zudem wird eine „advanced“ Option angeboten, in der man eigenen JavaScript-Code eintragen kann.

4. Generate

Im vierten Schritt arbeitet man mit der Liste aller in diesem Container definierten Tags. Hier hat man die Option diese zu Aktivieren/Deaktivieren und ein Timeout zu setzen.

5. Test

Im fünften Schritt wird die Kompatibilität und Funktionalität der generierten Bibliothek in Relation zu diversen Browsern (Firefox, Chrome, IE 8-11, etc.) überprüft, bzw. kann überprüft werden. Klasse Methode, um vorm Veröffentlichen zu testen, ob der Code in den jeweiligen Browsern funktionieren wird. Dabei hat man auch eine Übersicht auf die vorherigen Versionen und man kann ganz einfach zwischen den Versionen wechseln, falls notwendig. Des weiteren bietet TagCommander für Chrome ein testing und debugging Tool, in Form eines Add-On, an.

Generell wird für alle Browser zum Testen und Debuggen ein Bookmark angeboten.

6. Deploy

Im sechsten und letzten Schritt wird die Version schließlich Veröffentlicht und steht kurze Zeit danach zur Verfügung. Man sollte aber unbedingt daran denken den Browser-Cache vorher zu löschen.

Warum kann der Support zu einem entscheidenden Faktor werden?

Zugegebener Maßen habe ich mit dem Tag Manager von TagCommander vorher nicht gearbeitet und ihn vor kurzem erstmals bedient. Ok, ich habe bereits Erfahrung mit anderen Tag-Management-Systemen aber wenn man jetzt denkt „kennt man einen, kennt man alle“, ist man gänzlich auf dem Holzweg. Umso beeindruckender fand ich es, dass ich während der gesamten Nutzung nicht das Gefühl hatte, dass ein ITler notwendig ist um dieses System zum Laufen zu bringen. Klar wird es jemandem mit IT-Hintergrund einfacher fallen die Tags/Regeln zu konfigurieren und gegebenenfalls eigene zu erstellen, aber mit einem Support im Rücken der einem verspricht in wenigen Tagen codefertige Lösungen zu liefern und einen bei Problemen zu unterstützen, arbeitet man deutlich sicherer und man vertraut dem Konzept des Tag-Managements mehr. Dies wird unterstützt durch eine durchaus gute Usability, die an der einen oder anderen Stelle optimiert werden könnte, aber im Ganzen einen souveränen Eindruck hinterlässt.

Abbildung 2: Fazit

Abbildung 2: Fazit

TagCommander MANAGE ist ein Tag-Management-System das kaum Wünsche offen lässt, weder auf Funktionsebene, noch supporttechnisch.
Wer die Möglichkeit bekommt in das Tool einzutauchen, sollte die Chance nutzen und sich seine eigene Meinung bilden.
Nutzt die Kommentarfunktion, um eure Meinung mit uns zu teilen. Ganz gleich ob Ihr ähnlicher Meinung seid oder aber ganz anderer.

In diesem Sinne, bis zum nächsten Mal.

[1] Die externen Datenlayer Variablen werden im Seiten-Source-Code eingebaut. Zudem können im Interface unter „Options“ weitere externe Variablen angelegt werden. Ein Container wird über das Dashboard hinzugefügt.

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